Ostpreußenreise 2015 „Mit Kurs auf Rosenberg am Frischen Haff"

Ein Reisebericht von Herta Hoffmann, Stade,

 

Mit der Reiseagentur Schmidt aus Dägeling / Schleswig Holstein startete unsere gebuchte Ostpreußenreise am 23. April vom Hamburger ZOB.

104 Mitreisende, 2 große Busse, 3 Reisebegleiter, sowie Gäste aus Kalifornien, Österreich und aus unserer gesamten Bundesrepublik.

 

Mit einer Zwischenübernachtung in Schneidemühl /Polen ging es dann flott weiter nach Königsberg. Von Königsberg, aus wurden Tagesreisen angeboten, die nach Labiau, Tilsit, Ragnit, Bartenstein, Kurische Nehrung, Pillau und in das Ostseebad Rauschen sowie nach Zinten und in den Kreis Heiligenbeil führten. Das waren

7 Tage.

 

Die Rückreise stellte sich wie folgt dar:

2 Tage in Frauenburg mit einem Tagesausflug nach Danzig. Weiter ging es dann nach Stettin zur Zwischenübernachtung um dann am 10. Tag die Heimreise wieder anzutreten.

 

Die Reise war bestens organisiert und die Stimmung unter den Heimatfreunden war heiter und erwartungsvoll.

 

Den Kurs nach Rosenberg hatten abgesteckt:

Alfred Neidthard

Helga Korthals geb. Frischbutter

Ilona Heinemann geb. Henning und

Herta Hoffmann geb. Henning.

 

 

Da wir schon mehrere Heimatreisen in der o.g. Form unternommen hatten, wollten wir dieses mal gerne für ein paar Tage in Heiligenbeil im" Hotel zur Brücke " wohnen, um uns nach Herzenslust in der alten Heimat umzuschauen. Nach Rücksprache mit der Reiseagentur wurde uns der Wunsch erfüllt. Bei einem Tagesausflug von Königsberg nach Zinten, hier gab es eine Kuchen und Kaffeetafel unter freiem Himmel ( wunderbar ) sprach mich die Reiseleiterin Frau Schmidt an: „So Herta und nun fahren wir mit den beiden Bussen und 80 Personen nach Rosenberg zu eurem Gedenkstein.“ Mein Herz hüpfte vor Freude und ich sagte: „Liebe Frau Schmidt, der Rosenberger Gedenkstein hat in diesem Jahr ein Jubiläum, er steht seit 20 Jahren wieder aufrecht. 1995 wurde er mit russischer Hilfe wieder aufgestellt. Dass nun so viele Heimatfreunde dieses kleine Jubiläum mit feiern können, haben wir ihnen liebe Frau Schmidt zu verdanken und das soll uns Rosenbergern auch eine Runde Bärenfang wert sein!“

Foto : Dietmar Dargel

80 kleine Fläschchen Bärenfang wurden von unserer Ilona Heinemann verteilt und mit einem fröhlichen Prösterchen auf weitere 20 Jahre angestoßen.

Das war unser Einstieg in Rosenberg. Im Anschluss wurden wir nach Heiligenbeil in unser Hotel gefahren, und die übrigen Gäste statteten dem Friedhof der Kriegsgräber einen Besuch ab.

 

 

Nun waren wir für 3,5 Tage auf uns alleine gestellt. Aber unsere freundschaftlichen Verbindungen zu Mamonowo, als da sind Genna und Larissa, sowie der Direktor des Museums Dimitri Shilow, schenkten uns etwas von ihrer Zeit. 

Wir haben Extrawünsche und teilen diese Dimitri Shilow mit.

Erster Wunsch: Können wir in die Nähe des Heiligenbeiler Flugplatz fahren? 

Wir wollen nur über den Zaun schauen! Kein Problem sagt Shilow - wir wundern uns. Dann möchten wir das Gut Bregden kurz besuchen, und weiter nach Balga die Burgruine besichtigen.

Wir verabreden die Zeit und Dimitri Shilow kommt mit seinem Geländewagen lädt uns ein und ab geht die Fahrt. Zuerst der Flugplatz, wir kommen an ein Tor, Shilow ruft per Handy eine Nummer an, er bekommt Antwort, in wenigen Minuten kommt jemand öffnet das Tor und wir fahren in das Areal! Wir sind platt. Was wir sehen ist alt und von damals, aber aufgeräumt und sauber, kein Schrott zu sehen. Dimitri fährt mit uns durch einige Hallen. Wir fotografieren.

 

Weiter geht unser Ausflug nach Gut Bregden. Der heutige Besitzer "Timo" ist leider nicht anwesend, aber wir dürfen das Grundstück betreten. Ein herrliches Fleckchen Erde. Wir machen Fotos.

 

Auf geht's Richtung Balga. Doch zuerst müssen wir die Bahnschienen bei

Groß Hoppenbruch überqueren. Alles sieht sauber und neu aus. Ein Foto bitte.

Jetzt kommt die Zufahrt nach Balga. Sehr, sehr schlecht, aber unser Dimitri kennt sein Auto und verlangt ihm viel ab. Mir wird ganz übel, aber die Neugierde hält mich aufrecht. Wir kommen am" Guten Tag" Stein vorbei machen einen kleinen Stopp und ein Foto. 

Die Burgruine Balga ist nicht mehr weit. Da leuchten schon die roten Ziegelsteine durch das Buschwerk. Wir können aussteigen, das Auto verlassen und tief durchatmen.

Jetzt kommen unsere Füße zum Einsatz und das ist auch gut so.

Als erstes entdecken wir eine große Infotafel, mit einer Skizze der Burg Balga, sowie einer Dokumentation in Russisch und English. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus. 

 

An der Ruine wird gegraben, das Kellergewölbe scheint sichtbar gemacht zu werden. Rundum das Gelände wurde die Grünanlage aufgeklart und ein steiler Pfad nach unten zum Haff neu angelegt. Toll, toll, toll. 

Heute steht Rosenberg auf unserem Plan. Hier wandern wir alleine, benötigen keine Hilfe, fühlen uns einfach nicht fremd. Unsere erste Orientierung ist der alte Standort vom Wohnhaus Frischbutter.

Wir gehen die Dorfstraße herunter und fotografieren jedes Haus mal rechte Seite mal linke Seite. Bei der Buchhandlung Anders bleiben wir stehen und diskutieren. Da kam der Besitzer heraus, Ich zeigte ihm das alte Bild von der Buchhandlung und er kannte dieses Foto. Wir haben freundlich miteinander palavert, aber nichts verstanden.

Weiter zum Schulhof und Pause am Gedenkstein, das Wetter ist traumhaft. Wir müssen arbeiten - Ja, denn wir haben Steinreiniger mitgebracht.

Siehe Bilder!!!!! 

Nebenbei stellen wir fest, dass der Stadtbus von Heiligenbeil alle Halbestunde nach Rosenberg kommt. Es steigen Hausfrauen aus mit Einkaufstaschen.

Wir gehen weiter zu Neidthardts, klopfen an, aber Niemand ist zuhause. Im Bergkrug gegenüber ist heute Ruhetag. Pech gehabt!

Weiter, wir wollen zum Hafen. Kommen bei Wermkes vorbei, da ist auch geschlossen wegen Renovierung.

 

Ach Gottchen ich träume ja schon wieder.

Ilona geht in den Rosenberger Kaufladen, kauft für uns alle - Eis am Stiel – herrlich - erfrischt und energiegeladen setzen wir unsere Wanderung fort. Also wir gehen zum Hafen, keine Hunde bellen und fletschen uns an. Wir marschieren bis vorne an den alten Kai.

 

 

Jetzt werden Fotos geschossen, einmal nach rechts, die alte Dampferanlage mit Balga im Hintergrund, dann Foto zur linken Seite - Halleluja - schaut euch die Bilder an.

Wir verlassen die Hafenanlage und gehen in Richtung Sportplatz. Doch zuvor betreten wir den kleinen Strand, wo ich als Kind in's Wasser gehen durfte! Doch den Strand gibt es nicht mehr. Der ist mit Bauschutt zugeschüttet worden. Und ein Blick zur Badeanstalt lässt nur ahnen, dass da einmal frohes Sommertreiben war. Heute ist die Wiese der Badeanstalt bis zum Wasserrand mit Buden zugebaut. Siehe Bild.

Wir wandern weiter. Hier könnte der Sportplatz gewesen sein.

 

Alfred erkennt den Eckberg. Wir gehen einen wunderschönen Weg leicht bergauf in den Frühling hinein. Die Büsche blühen leuchtend weiß. Es ist herrlich warm. 

Helga Frischbutter und ich wir klettern auf einen Haffberg, wollen das Wasser von oben betrachten, und finden es umwerfend schön. Wir haben Ende April und die Natur ist bereits durchgestartet. Wir sehen jede Menge Sauerampfer Büschel und Lupinen. Zur Blütezeit muss es in den Haffbergen traumhaft schön sein!

Unsere 3,5 Tage gingen viel zu schnell vorbei, wir haben viel gesehen, hätten aber gerne noch intensiver nachgeforscht und nachgefragt.

 

Sonstige Fotos: Alfred Neidthard, Helga Korthals, Ilona Heinemann und Herta Hoffmann